Das Netz

Das Konzept der Kapitalien bietet eine Möglichkeit jegliche Art von Beständen zu erfassen, aus denen sich für jemanden ein Ertrag oder Nutzen ergibt.
Neben Human- und Sozialkapital, das den Schwerpunkt dieses Projektes bildet, gibt es auch Naturkapital, Infrastrukturkapital und Finanzkapital.
Naturkapital beinhaltet Energie und Materie, die in wertvollen Gütern und Dienstleistungen resultiert. Damit sind erneuerbare Ressourcen (z.B. Holz und Getreide) sowie nicht-erneuerbare Ressourcen (z.B. fossile Rohstoffe) gemeint.
Infrastrukturkapital beschreibt alle materiellen Güter, die nicht das Ergebnis eines Produktionsprozesses sind, also beispielsweise Maschinen und Gebäude.
Finanzkapital ermöglicht, dass die anderen Kapitalien untereinander gehandelt werden bzw. Besitzansprüche geltend gemacht werden können. Im Unterschied zu den anderen Kapitalien hat Finanzkapital an sich keinen Wert- sein Wert reflektiert nur den des Natur-, Infrastruktur-, Human-, und Sozialkapitals.
Wichtig für die Anpassung an den Klimawandel ist, dass der Bestand an Kapitalien nicht statisch, sondern dynamisch ist. Weiters sind die verschiedenen Kapitalien miteinander verbunden und die Qualität/Quantität der einzelnen Kapitalformen ist daher von dem Bestand an anderen Kapitalien abhängig.
Erwähnenswert ist, dass der Bestand an Human- und Sozialkapital – im Gegensatz zu den anderen Kapitalien – steigt, wenn Human- bzw. Sozialkapital genutzt werden.

 

Humankapital

Im KlimaNetz-Projekt wird Humankapital als Gesundheit, Wissen, Fähigkeiten und Motivation verstanden und mittels Bildung, Arbeitserfahrung, angeeigneten Fähigkeiten sowie Gesundheit einzelner Personen gemessen. Im Gegensatz zu Sozialkapital geht es um individuelle Fähigkeiten unabhängig des realen Kontextes um diese einzusetzen.

Sozialkapital

KlimaNetz untersucht Strukturen, Institutionen, Netzwerke und Beziehungen die dem/r Einzelnen ermöglichen, ihr Humankapital in Partnerschaft mit anderen beizubehalten und weiter zu entwickeln. Durch das Zusammenarbeiten werden einzelne produktiver. Dieses Sozialkapital umfasst Familien, Gemeinschaften, Arbeitsumfeld, gewerkschaftliche Organisationen, Freiwilligenorganisationen, das rechtliche und politische Umfeld sowie Bildung und Gesundheitsversorgung.

KlimaNetz untersucht:

  • Wieviel und welches Human- und Sozialkapital ist in der Stadt/Gemeinde vorhanden?
  • Wieviel kann man davon zur Anpassung an den Klimawandel nutzen?

Beispiel

Angesichts der klimawandelbedingten Veränderungen im Ökosystem können BewohnerInnen sich anpassen, entweder indem sie durch Ihre Kapazitäten für den Umgang mit dem Klimawandel erhöhen oder durch Abschwächung von Druck und treibender Kräfte der Veränderungen belastbarer werden .

Ist ein ländliches Dorf dem Druck des Klimawandels durch häufigere Überschwemmungen ausgesetzt, können die BewohnerInnen Maßnahmen gegen die Bedrohung setzen. Humankapital in Form von technischen Fähigkeiten kann für ein Frühwarnsystem eingesetzt werden und Sozialkapital in Form von Freiwilligenorganisationen können bei einer vorhergesagten Überschwemmung betroffenen Personen bei der Räumung ihrer Häuser unterstützen. Naturkapital kann durch das Anpflanzen neuer Wälder flussaufwärts eingesetzt werden um Muren- und Lawinenabgänge zu vermeiden. Die Kapazitäten im Umgang mit dem Klimawandel hängen also davon ab, wie viel Kapital mobilisiert werden kann um mit dem Druck der Veränderung umzugehen.

In KlimaNetz soll die Bedeutung von Human- und Sozialkapital (ergänzend zu physischem Kapital oder Infrastruktur) in Zusammenhang mit Klimawandel demonstriert werden.

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